Basisgröße · Gradierung · Variantenplan

Größenlauf und Mengenaufteilung vor der Serie zusammenführen.

Eine Gesamtmenge sagt noch nicht, welche Größen in welchen Farben produziert werden sollen. Für Einkauf, Produktentwicklung und Hersteller braucht es eine eindeutige Matrix aus Modell, Farbe, Größe, Stückzahl und freigegebener Maßgrundlage.

7 PlanungsschritteB2B-SeriengrundlageVeröffentlicht: 24.08.2026
Technische Produktentwicklung mit Skizzen, Garnen und Maßunterlagen

Kurzantwort

Maßtabelle und Bestellmatrix lösen zwei verschiedene Aufgaben.

Die Maßtabelle beschreibt, wie sich ein Modell von Größe zu Größe verändert. Die Bestellmatrix zeigt, wie viele Stück jeder freigegebenen Größen- und Farbvariante bestellt werden. Beide Dokumente müssen dieselben Modell-, Farb- und Größenbezeichnungen verwenden, dürfen aber nicht miteinander verwechselt werden.

Die Standard-MOQ von 100 Stück gilt pro Modell, nicht automatisch pro frei kombinierbarer Variante.

Ob und wie sich die Menge auf Farben, Größen und Garne verteilen lässt, hängt unter anderem von Konstruktion, Garnverfügbarkeit und Färbe- oder Zubehörmindestmengen ab. Die verbindliche Aufteilung steht im Angebot.

Drei Ebenen

Basisgröße, Gradierung und Mengenverteilung getrennt führen.

Basisgröße

Die zuerst entwickelte und beurteilte Größe. Sie muss eindeutig benannt sein und darf nicht stillschweigend zwischen Dokumentversionen wechseln.

Gradierung

Die geplante Veränderung definierter Messpunkte zwischen Größen. Ein pauschales Hochskalieren aller Maße erzeugt nicht automatisch eine tragfähige Passform.

Größenlauf

Die tatsächlich angebotenen Größen eines Modells, beispielsweise XS–XL. Nicht jede Kollektionsgruppe muss denselben Lauf verwenden.

Mengenverteilung

Die Stückzahl je Kombination aus Modell, Farbe und Größe. Ihre Summe muss mit Angebot, Auftrag und Packliste übereinstimmen.

7 Planungsschritte

So entsteht eine prüfbare Seriengrundlage.

  1. Modellversion fixierenArtikelnummer, Silhouette, Konstruktion und Dokumentversion eindeutig benennen.
  2. Zielgruppe beschreibenMarkt, Passformidee, Trageweise und vorhandene Marken- oder Kundendaten einordnen.
  3. Basisgröße wählenDie Mustergröße bewusst festlegen und mit Maßtabelle sowie physischem Muster verknüpfen.
  4. Kritische Messpunkte markierenNicht nur Brustweite und Länge, sondern produktspezifische Punkte wie Schulter, Armausschnitt, Bündchen oder Öffnungsweite führen.
  5. Größenwerte prüfenSchritte zwischen Größen gegen Konstruktion, Proportion, Maschenbild und gewünschte Passform beurteilen.
  6. Farben und Stückzahlen verteilenJe Farbe und Größe eine konkrete Menge eintragen; leere Felder nicht als null interpretieren lassen.
  7. Dokumente abgleichenMatrix, Angebot, Auftrag, Labels, Barcode-Daten, Verpackung und Packliste auf dieselben Variantencodes bringen.

Bestellmatrix

Eine einfache Tabelle macht Lücken und Widersprüche sichtbar.

FeldBeispiel der InformationKontrollfrage
ModellArtikelcode und freigegebene VersionIst es technisch dasselbe Modell?
FarbeFarbname plus eindeutige ReferenzIst Garn-/Färbebasis bestätigt?
GrößeGrößenbezeichnung und Maßtabellen-SpalteExistiert eine freigegebene Maßgrundlage?
MengeStückzahl dieser exakten VarianteStimmt die Summe mit dem Auftrag?
KennzeichnungGrößenlabel, Barcode und ArtikelnummerVerweisen alle Daten auf dieselbe Variante?
VerpackungEinzelpackung, Sortiment oder KartonplanIst die Verteilung bis zur Packliste erhalten?

Die Tabelle ist ein Planungsmodell, keine universelle Größen- oder Gradiernorm. Messpunkte, Werte, Toleranzen und Passform müssen für das konkrete Produkt freigegeben werden.

Freigabepunkte

Vier Entscheidungen gehören vor den Serienstart.

Maßgrundlage: aktuelle Maßtabelle, Messmethode, Toleranzen und Basisgröße.

Musterstatus: eindeutige freigegebene Version und dokumentierte Restpunkte.

Variantenmatrix: Stückzahl je Modell, Farbe und Größe sowie bestätigte Gesamtsumme.

Datenabgleich: Labels, Barcodes, Verpackung und Lieferdokumente verwenden dieselben Codes.

Wenn sich nach der Freigabe eine Größe, Farbe oder Menge ändert, wird nicht nur eine Zelle angepasst. Betroffene Material-, Preis-, Termin-, Label- und Verpackungsangaben werden erneut geprüft.

Häufige Fehler

Diese vier Abkürzungen erzeugen vermeidbare Serienrisiken.

Nur XS–XL nennen

Ohne Maßwerte, Basisgröße und kritische Messpunkte bleibt der Größenlauf technisch offen.

100 Stück gleichmäßig teilen

Eine mathematisch saubere Verteilung kann dennoch an Garn-, Farb- oder Zubehörmindestmengen scheitern.

Varianten umbenennen

Unterschiedliche Farbnamen oder Größenkürzel in Auftrag, Labeldatei und Packliste führen zu Zuordnungsfehlern.

Späte Änderung ohne Folgeprüfung

Mehr Farben oder Größen beeinflussen nicht nur Stückzahlen, sondern möglicherweise Material, Termin, Preis und Verpackung.

Variantenplan

Teilen Sie Modell, Farben, Größen und gewünschte Stückzahlen als Matrix.

KnitSeek prüft die Angaben zusammen mit Garn, Konstruktion, MOQ und Terminbasis. Die endgültige Aufteilung wird im konkreten Angebot bestätigt.

Variantenplan vorbereiten
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