Kurzantwort
Ohne gleiche Spezifikation sind zwei Stückpreise nicht wirklich vergleichbar.
Ein niedrigerer Preis kann auf einem anderen Garn, geringerer Dichte, vereinfachter Verarbeitung, anderer Mengenverteilung, ausgeschlossenen Labels oder einer anderen Lieferbasis beruhen. Vergleichen Sie deshalb immer Produktreferenz, Qualität, Leistung und Incoterm-/Transportbasis gemeinsam.
Mindestens Produktart, Zeichnung oder Referenz, Materialrichtung, geplante Menge je Modell, Farben, Größen, Branding, Verpackung, Zieltermin und Lieferort. Offene Punkte dürfen ausdrücklich als offen markiert werden.
Kalkulationslogik
Acht Faktoren bestimmen den kommerziellen Rahmen.
- Garn & MaterialFaser, Garnstärke, Beschaffungsweg, Färbung, Griff, Verfügbarkeit und erforderliche Materialnachweise.
- Konstruktion & GaugeFormgebung, Flächengewicht, Feinheit, Rippen, Blenden, Ausschnitt und Anzahl gestrickter Teile.
- Technik & MotivGlattstrick, Zopf, Jacquard, Intarsie, Pointelle, Stickerei, Druck, Perlen oder Handdetails erzeugen unterschiedliche Arbeitsschritte.
- Menge & VariantenStück pro Modell, Farbe und Größe beeinflussen Garnplanung, Rüstaufwand und Serienorganisation.
- Muster & ÄnderungenErstes Muster, zusätzliche Versionen, Farb-/Materialtests und kundenseitige Korrekturschleifen werden getrennt eingeordnet.
- Zutaten & BrandingKnöpfe, Reißverschluss, Weblabel, Pflegeetikett, Größenlabel, Hangtag, Barcode und Sonderzubehör.
- Qualität & NachweisePrüfumfang, Stichprobe, Produkttests, Zertifikatsanforderungen, Dokumentation und Zielmarktanforderungen.
- Verpackung & LieferungFaltung, Einzelbeutel, Karton, Sortierung, Markierung, Lieferort, Transportweg, Lieferbedingung, Zoll und Steuern.
Angebotsvergleich
Vier Basen müssen in jedem Vergleich gleich sein.
| Vergleichsbasis | Im Angebot prüfen | Typisches Risiko |
|---|---|---|
| Produktbasis | Identische Zeichnung, Maße, Material und Ausführung | Vereinfachte oder abweichende Konstruktion |
| Mengenbasis | Stück je Modell, Farbe und Größe | Gesamtmenge verdeckt kleine Varianten |
| Leistungsumfang | Muster, Zutaten, Labels, Verpackung, Prüfung und Dokumente | Wesentliche Positionen kommen später hinzu |
| Lieferbasis | Währung, Zahlungsbasis, Lieferbedingung, Transport, Zoll und Steuern | Nicht vergleichbare Endkosten |
Kosten bewusst steuern
Die größten Hebel liegen meist in frühen Produktentscheidungen.
Kostenoptimierung sollte die gewünschte Produktwirkung erhalten. Statt Details pauschal zu entfernen, wird geprüft, welche Merkmale sichtbar wertbildend sind und welche Komplexität keinen entsprechenden Nutzen bringt.
Varianten priorisieren
Weniger parallele Farben, Garne und Sonderdetails können eine kleine Erstserie planbarer machen.
Materialziel beschreiben
Griff, Optik, Pflege und Preisrahmen gemeinsam nennen, damit Alternativen technisch vergleichbar bleiben.
Entscheidungen bündeln
Eine konsolidierte Korrekturrunde vermeidet wiederholte Muster- und Abstimmungsarbeit.
Standardteile prüfen
Bei Zutaten und Verpackung kann eine bestehende, passende Basis sinnvoller sein als eine neue Sonderentwicklung.
Transparenter Angebotsumfang
Was enthalten, optional oder ausgeschlossen ist, muss sichtbar sein.
Ein Projektangebot sollte mindestens Produktreferenz, Materialbasis, Menge, Farben/Größen, Preisbasis, Zahlungs- und Lieferkonditionen, Muster-/Serienzeit sowie die enthaltenen Leistungen nennen.
Separat ausweisen
Zusätzliche Muster, neue Werkzeuge/Programme, Tests, Zertifikate, Sonderverpackung, externe Prüfungen oder Expressanforderungen.
Nicht still annehmen
Fracht, Versicherung, Einfuhrabgaben, Umsatzsteuer, Lagerung oder letzte Meile, solange die Lieferbasis nicht bestätigt ist.
Kalkulationsbrief
Mit diesen acht Angaben wird aus einer Anfrage ein prüfbares Projekt.
- ModellProdukttyp, Zeichnung oder Referenz und Anzahl der unterschiedlichen Konstruktionen.
- MaterialFaseridee, Griff, Garnstärke, Warengewicht oder zugelassene Alternativen.
- TechnikMaschenbild, Gauge, Motiv, Verarbeitung und kritische Details.
- MengeStück pro Modell sowie Verteilung auf Farben und Größen.
- BrandingLabel, Hangtag, Barcode, Zutaten und Verpackung.
- QualitätToleranzen, Prüfrahmen, Dokumente und Zielmarkt.
- TerminGewünschte Musterentscheidung, Serienfreigabe und Anlieferung.
- LieferortEmpfangsort und gewünschte Lieferbasis, falls bereits festgelegt.

